Steuern für Vereine in Deutschland – Was du wissen musst

Steuern für Vereine in Deutschland – Was du wissen musst

Vereine spielen eine große Rolle in Deutschland – ob im Sport, in der Kultur oder im sozialen Bereich. Doch auch sie müssen sich mit dem Thema Steuern befassen. In diesem Beitrag erfährst du, welche steuerlichen Vorteile gemeinnützige Vereine haben, wann Vereine steuerpflichtig werden und welche Pflichten es zu beachten gibt.


1. Steuerliche Unterschiede: Gemeinnützig oder nicht?

Vereine können steuerlich in zwei Kategorien eingeteilt werden:

Gemeinnützige Vereine – haben steuerliche Vorteile, wenn sie einen gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck verfolgen (z. B. Sport, Naturschutz, Bildung).

Nicht gemeinnützige Vereine – zahlen Steuern wie Unternehmen, wenn sie keinen gemeinnützigen Zweck erfüllen (z. B. Berufsverbände oder wirtschaftlich orientierte Vereine).

Die Anerkennung als gemeinnütziger Verein erfolgt durch das Finanzamt, das einen Freistellungsbescheid ausstellt.


2. Steuerliche Vorteile für gemeinnützige Vereine

Ein gemeinnütziger Verein genießt viele steuerliche Vorteile:

🔹 Keine Körperschaftsteuer (normal 15 %), wenn der Verein nur gemeinnützige Zwecke verfolgt.
🔹 Keine Gewerbesteuer, sofern keine gewerblichen Tätigkeiten ausgeführt werden.
🔹 Ermäßigter Umsatzsteuersatz (7 %) für bestimmte Leistungen (z. B. Eintrittsgelder für kulturelle Veranstaltungen).
🔹 Spenden sind steuerlich absetzbar – der Verein kann Spendenquittungen ausstellen.

Wann muss ein gemeinnütziger Verein Steuern zahlen?

Ein Verein darf wirtschaftlich tätig sein, aber:
📌 Einnahmen aus einem Zweckbetrieb (z. B. Eintritt für ein Theaterstück) sind steuerfrei.
📌 Einnahmen aus wirtschaftlichen Geschäften (z. B. Verkauf von Vereinsartikeln) sind steuerpflichtig, wenn sie über 45.000 € pro Jahr liegen.

👉 Beispiel:

  • Ein Fußballverein nimmt Mitgliedsbeiträge ein (steuerfrei).
  • Er verkauft Trikots für 50.000 € im Jahr (steuerpflichtig).

3. Steuern für nicht gemeinnützige Vereine

Ein Verein ohne Gemeinnützigkeit wird steuerlich wie ein Unternehmen behandelt:

💰 Körperschaftsteuer (15 %) auf Gewinne.
💰 Gewerbesteuer, wenn Einnahmen über 24.500 € pro Jahr liegen.
💰 Umsatzsteuer (19 %) auf alle wirtschaftlichen Leistungen.

Beispiele für nicht gemeinnützige Vereine:

  • Berufsverbände (z. B. Verband für Unternehmensberater).
  • Freizeitvereine ohne gemeinnützigen Zweck.
  • Sportvereine mit Profisport, die hohe Einnahmen generieren.

4. Steuerliche Pflichten für Vereine

Jeder Verein – egal ob gemeinnützig oder nicht – hat steuerliche Pflichten:

📌 Freistellungsbescheid beantragen → Gemeinnützige Vereine müssen beim Finanzamt eine Anerkennung beantragen.
📌 Steuererklärung abgeben → Gemeinnützige Vereine alle 3 Jahre, nicht gemeinnützige jährlich.
📌 Buchführungspflicht → Alle Einnahmen & Ausgaben müssen dokumentiert werden.
📌 Spendenbescheinigungen → Nur gemeinnützige Vereine dürfen steuerlich anerkannte Spendenquittungen ausstellen.

Vorsicht: Wenn ein Verein gegen die Gemeinnützigkeitsregeln verstößt (z. B. Gewinnausschüttung an Mitglieder), verliert er seine steuerlichen Vorteile!


5. Sonderfälle: Wann wird es knifflig?

💡 Kleine Vereine mit Einnahmen unter 45.000 € bleiben oft steuerfrei.
💡 Übungsleiterpauschale bis 3.000 €/Jahr ist steuerfrei für ehrenamtliche Trainer.
💡 Vereinsfeste & Flohmärkte können steuerbegünstigt sein, wenn sie nicht regelmäßig stattfinden.


Fazit: Wie kann ein Verein Steuern sparen?

✅ Achte darauf, dass der Verein als gemeinnützig anerkannt wird.
✅ Vermeide hohe gewerbliche Einnahmen über 45.000 €, um Steuern zu sparen.
✅ Nutze steuerfreie Pauschalen für Ehrenamtliche.
✅ Arbeite mit einem Steuerberater oder nutze eine Vereinssoftware für die Buchhaltung.

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